Was ist das Fachpraxisseminar?

 

 

 

 

1. Formales:

Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis werden direkt an den berufsbildenden Schulen eingestellt.

Die zu Qualifizierenden haben gemäß §3 Abs.3 Nr.5 der Verordnung über die Arbeitszeit der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen – ArbZVO-Lehr – eine Unterrichtsverpflichtung von 27,5 Unterrichtsstunden. Gemäß §19 ArbZVO-Lehr werden sie für Qualifizierungsmaßnahmen der Studienseminare wöchentlich mit fünf Unterrichtsstunden freigestellt. Diese Qualifikation dauert zwei Jahre. Alle Veranstaltungen des Studienseminars Stade für die Qualifizierung der Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis werden dienstags durchgeführt.

 Die zu Qualifizierenden nehmen teil ...

  • an den Veranstaltungen des schulpädagogischen Seminars,

  • an den Veranstaltungen des fachdidaktischen Seminars des jeweiligen Berufsfeldes,

  • an sonstigen Veranstaltungen des Studienseminars.

Vorgesetzte oder Vorgesetzter der zu Qualifizierenden ist die Schulleiterin oder der Schulleiter der Schule, an der die zu Qualifizierenden überwiegend unterrichten.

Die Gesamtverantwortung für die zweijährige Qualifizierung im Studienseminar liegt bei der Seminarleitung. Qualifizierende sind mit der pädagogischen oder fachdidaktischen Qualifizierung beauftragten Lehrkräfte. Die Qualifizierenden sind Weisungsberechtigte; in der Schule sind dies die Schulleitung und die Fachlehrkräfte. Im Rahmen der verbleibenden Unterrichtsverpflichtung hat die qualifizierende Schule einen durch eine Fachlehrkraft betreuten Unterricht in einem der Qualifizierung förderlichen Umfang sicherzustellen.

2. Inhaltliches:

Lehrerinnen und Lehrer für Fachpraxis werden dafür eingestellt und qualifiziert, praktischen Unterricht in dem ihrer Vorbildung entsprechenden Berufsbereich zu erteilen und die Lehrkräfte im Theorieunterricht, bei Demonstrationen, Versuchen und Übungen zu unterstützen. Sie unterrichten vor allem in den Klassen des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ), in Berufseinstiegsklassen (BEK) und in Berufsfachschulen (BFS).

Der fachpraktische Unterricht ist eine wichtige Stütze der schulischen Berufsvorbereitung für noch nicht berufsreife Jugendliche und für die berufliche Grundbildung. Die Jugendlichen sehen in ihren Fachpraxislehrkräften wichtige Vertreter ihres zukünftigen Berufes, so dass sie für die Schüler/innen oft Ansprechpartner für alle beruflichen und auch privaten Themen sind.

Lehrer/innen für Fachpraxis unterrichten häufig in Klassen, in denen sozial- und bildungsbenachteiligte Jugendliche hohe Anforderungen an sie stellen. Die pädagogische Aufgabe der Lehrer/innen besteht somit neben der Förderung der Fachkompetenz in der Förderung der Sozial- und Lernkompetenz der Schüler/innen.

 Das Seminar hat die Aufgabe, ...

  • Lehrkräften den Einstieg in die praktische Schularbeit zu erleichtern, 
     

  • Lehrkräfte bei der didaktischen und methodischen Umsetzung ihrer Erfahrungen aus der Berufswelt zu unterstützen,
     

  • Lehrkräfte zu qualifizieren, damit sie in nicht vorhersehbaren Situationen angemessen reagieren können,
     

  • Lehrkräfte zu unterstützen, damit sie auch benachteiligte Jugendliche pädagogisch fördern und diesen Schülern/-innen Hilfen für den Einstieg ins Berufsleben eröffnen.
     

  • Lehrkräfte dazu anzuregen, einen regen kommunikativen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen zu pflegen,
     

  • Lehrkräften die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen ihres Berufes näher zu bringen,
     

  • Lehrkräfte dazu anzuregen, dass das Reflektieren und lebenslange Weiterlernen im Beruf zur Selbstverständlichkeit wird.

 

Stand: 03.06.2013